#43: Cose della vita – Über Pizza, Pool und Papst.

Perugia (Italien)

Es ist so schön am Meer aufzuwachen… findet ihr nicht auch?! Gerade in den Morgenstunden hat das schon einen ganz besonderen Reiz. Gut ausgeschlafen kann ich also in den neuen Tag starten. Da mir gestern bei der Zimmersuche die Energie ausgegangen ist wartet diese Aufgabe heute morgen noch auf mich. Nach Stadt und Strand habe ich nun Lust auf ein wenig Ruhe und ländliche Idylle. Während ich meinen Füßen ein Natur- Peeling im noch kühlen Sand gönne, starte ich erneut meine Recherche… und werde überraschenderweise sofort fündig. Ich stoße auf ein nettes Agriturismo (also quasi Urlaub am Bauernhof) in der Nähe von Perugia. Entfernung 180 km – perfetto.

Beim Auschecken erhalte ich ein kleines Souvenirs. Ein Säckchen mit Salz aus der Region. Laut Etikett soll das niemand Geringeres als der Papst selbst in Verwendung haben… na bitte.

Als ich bereits in voller Montur und somit bereit für die nächste Etappe am Parkplatz stehe spricht mich ein älterer Herr an. Ob ich denn tatsächlich aus Österreich mit dem Ding (Zeigefinger auf Cordula gerichtet) gekommen bin. Si si. Er berichtet mir, dass sein Sohnemann 20 (!?) Vespas in der Garage stehen hat, so eine (in Gedanken ergänze ich mal „schöne“) habe er noch nicht gesehen. Da sowohl die Außen- als auch meine Körpertemperatur stetig steigen wird das Schwätzchen eher kurz gehalten. Auf geht’s.

Laut Navi führen drei Wege zu meinem Ziel. Ene, Mene, Mu… Die Entscheidung ist offenbar richtig. Ich kann bis Perugia durchgehend auf einer Straße bleiben. Super, das macht die Sache einfacher. Die Landschaft ist einfach nur wunderschön. Ich fahre zwischen bewaldeten Hügeln entlang an denen immer wieder kleine, verträumte Dörfer liegen. Irgendwie erinnert mich die Szenerie an die Landschaft einer Modelleisenbahn. Wer auch immer dies hier entworfen hat: er hat seine Sache wirklich gut gemacht.

Aus mir unerklärlichen Gründen höre ich nicht auf mein Navi sondern folge meiner Intuition und verlasse bei Perugia die Schnellstraße. Nicht immer hat das Bauchgefühl recht. Nach einem kurzen Umweg befinde ich mich wieder auf Kurs und erreiche gegen 14.30 Uhr mein Steinhaus.

Diese Wahl war exzellent. Ich werde sehr herzlich empfangen, beziehe rasch mein Zimmer und renne fast an den Pool. Die Lage ist einfach nur traumhaft. Olivenbäume und Zypressen bilden einen Rahmen zum Ausblick auf die Hauptstadt Perugia. Bis zum späten Nachmittag döse ich auf meiner Liege. Dolce Far Niente Deluxe.

Als die Sonne hinter dichten Wolken verschwindet begebe ich mich auf mein Zimmer um mich fürs Abendessen fertig zu machen. Wobei ein Aufbrezeln ist das nicht, der Backpacker-Pyjama-Look ist wieder hoch im Kurs… Da das Bett soooo gemütlich und flauschig ist lese ich noch ein wenig bevor ich meinen Spaziergang zur nahegelegenen Pizzeria antrete. Wohl zu lange. Während ich es mir gemütlich mache ziehen draußen dunkle (sehr dunkle) Wolken auf. Ich lege also einen Zahn zu und breche auf.

Leider stehe ich 15 Minuten später vor verschlossenen Türen. Wegen Hochzeit geschlossen (Frechheit… :-)). Tja, wir sind halt nicht mehr in Laos wo man statt ausgesperrt zu werden eingeladen wird… also, Handy raus – Alternative her. In zwei Kilometer Entfernung scheint es eine weitere Pizzeria zu geben. In Bezug auf die Entfernung ist das im Grunde kein Thema. Mein Problem ist eher, dass die Wolken mittlerweile sehr, sehr, sehr dunkel sind. Da ich nicht mit knurrendem Magen in mein flauschiges Bett zurück springen möchte, bleibt mir also nichts anderes übrig als mich auf den Weg zu machen. Als es zu donnern beginnt beschließe ich aus dem Spaziergang einen Abendsport zu machen und renne los. Noch vor meinem eigentlich angesteuerten Lokal sehe ich ein Ristorante an der Straße. Da sich bereits viele Gäste auf der Terrasse eingefunden haben gehe ich davon aus, dass es wohl nicht so schlecht sein kann. Das Gegenteil ist der Fall. Die Pizza ist eine der besten die ich je gegessen habe (und glaubt mir, ich habe schon viele gegessen).

Tja, nun sitze ich seit rund zwei Stunden hier… kein Tropfen Regen… das Wetter ist halt wie das Leben… einfach unberechenbar.

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