#39: About last Months – Über… alles mögliche.

Bangkok (Thailand).

Irgendwie kann ich es selbst kaum glauben. Seit 19 Wochen bin ich nun unterwegs. Es wird nicht überraschend sein, wenn ich sage, dass die Zeit wie im Flug vergangen ist. Das tut sie ja irgendwie immer. Wenn man aber so viel erlebt, so viele neue Eindrücke gewinnt und so viele interessante und liebenswerte Menschen kennenlernt, drehen sich die Zeiger aber offenbar noch schneller als gewöhnlich.

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag erst nach meiner Rückkehr schreiben. Dann wenn alles ein wenig gesackt ist, wenn die Wäsche gewaschen (ok das geht schnell) und die Fotos sortiert sind (das geht weniger schnell). Aber warum eigentlich warten? Jetzt sind die Eindrücke noch frisch und präsent. Irgendwie macht es das aber nicht einfacher. Wie kann man 19 Wochen in einem Beitrag zusammenfassen… Schwer… aber ich mag ja Herausforderungen. Los geht’s:

 

Über die Flüge.

Ja, auf Airports habe ich viel Zeit verbracht. Mir gefällt das rege Treiben, ich liebe es einfach nur dazusitzen und die anderen Passagiere zu beobachten. Wo fliegen die hin, mit wem und warum…? Und ich habe wirklich Glück. Kein einziger Flug hat eine nennenswerte Verspätung, mein Gepäck ist immer dort wo auch ich bin. Und das waren sie – meine Flüge:

  1. Wien – Istanbul
  2. Istanbul – Go
  3. Goa – Delhi
  4. Kathmandu – Bangkok
  5. Bangkok – Siem Reap
  6. Phnom Penh – Luang Prabang
  7. Chiang Mai – Mandalay
  8. Yangon – Singapur
  9. Singapur – Bali
  10. Bali – Labuan Bajo
  11. Lombok – Kuala Lumpur
  12. Kuala Lumpur – Kuching
  13. Kuching – Kuala Terengganu
  14. Kuala Terengganu – Bangkok
  15. Bangkok – Wien

 

Über die Länder.

Wahnsinn, ich war tatsächlich in zehn Ländern. Und in keinem davon bin ich zuvor schon einmal gewesen: Türkei, Indien, Nepal, Thailand, Kambodscha, Laos, Myanmar, Singapur, Indonesien, Malaysia.

Viele davon habe ich nur gestreift. Was teilweise sehr schade ist. Im Grunde hätte ich die ganzen 19 Wochen ausschließlich in Indien verbringen können (was aufgrund der Größe und Vielfalt des Landes noch immer nicht ausreichen würde). Ich wollte aber einfach viel sehen und viele verschiedene Länder und Kulturen kennen lernen. Und einiges hat sich dann halt auch einfach so ergeben.

 

Über die Begegnungen.

Es liegt auf der Hand, dass man nicht so lange durch die Welt reist, ohne andere Menschen kennenzulernen. Ich hatte nie Erwartungen was die zwischenmenschlichen Beziehungen angeht. Irgendwie bin ich immer davon ausgegangen, dass die Kontakte eher oberflächlicher Natur sein werden. Ja, die Zahl meiner Instagram und Facebook Freunde ist ganz schön nach oben gestiegen. Was aber im Grunde absolut unwichtig ist. Das was zählt sind im Endeffekt jene Begegnungen, die eine gewisse Nachhaltigkeit haben. Man kann natürlich keine Prognose darüber abgeben, wie lange diese neu entstandenen Freundschaften andauern werden. Warum sollte man das auch machen? Letztendlich ist es wie in jeder anderen Beziehung. Beide Seiten müssen sich bemühen den Kontakt lebendig zu halten.

Ich bin wirklich froh darüber, einige Begegnungen gehabt zu haben, die weit über den klassischen Traveller-Small-Talk hinausgegangen sind. Auch wenn die Zeit oft sehr kurz war (viel zu kurz), so waren die gemeinsamen Erlebnisse und Gespräche oft umso intensiver. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit jedem einzelnen von euch (eine Namensliste ist nicht nötig… ich weiß, wen ich meine und ich denke die entsprechenden Personen wissen es ebenso).

 

Über die Highlights.

Ich habe wirklich überlegt diesen Punkt komplett auszulassen. Aber ich weiß, dass die Frage immer und immer wieder kommen wird. Schließlich habe ich sie selbst oft gestellt. Daher mache ich es gleich offiziell. Also… es ist absolut unmöglich ein spezielles Erlebnis herauszupicken und es auf ein Podest zu stellen. Es geht einfach nicht. Das wäre ja fast unfair den andern Erlebnissen gegenüber ;-).

Meine beiden lieben Freundinnen Kerstin und Martina haben mir vor meiner Abreise ein Tagebuch geschenkt (Danke nochmals… vor allem für die selbst verfassten Weisheiten und Tipps die ich nach und nach entdecken durfte ;-)). Es sollte den Zweck haben meine Ziele und Aktivitäten zu notieren. Streber wie ich bin, habe ich natürlich alles akribisch festgehalten. Es ist eine stichwortartige Dokumentation der vergangenen Monate. In diesem Tagebuch gibt es auf den letzten Seiten folgende Überschrift „Meine schönsten Erlebnisse“. Da ich auf Kapas Island ausreichend Zeit habe, beschließe ich die bisherigen Einträge durchzublättern und die herausragendsten Ereignisse nochmals gesondert zusammenzufassen. Diese Liste möchte ich sehr gern mit euch teilen. Es handelt sich nicht um ein Ranking, die Reihenfolge ist chronologisch:

  1. Die erste 90 Minuten Yoga Einheit als Teacher (Arambol / Indien)
  2. Die Begegnung mit der Elefanten-Dame namens Laxmi (Hampi / Indien)
  3. Die Momo-Cooking-Class (Pokhara / Nepal)
  4. Die Kundalini-Yoga-Einheit (Pokhara / Nepal)
  5. Der Bankomatkarten-Vorfall (Bangkok / Thailand)
  6. Die Wanderung im Dschungel (Koh Rong Sanloem / Kambodscha)
  7. Das Bad mit leuchtendem Plankton (Koh Rong Sanloem / Kambodscha)
  8. Die Kajak-Fahrt im Fluss (Kampot / Kambodscha)
  9. Das Bad im Wasserfall (Luang Prabang / Laos)
  10. Die Hochzeit (Nong Khiaw / Laos)
  11. Die Mountainbike-Tour (Luang Namtha / Laos)
  12. Die Foto-Session im Art in Paradise Museum (Chiang Mai / Thailand)
  13. Das Songkran-Fest (Chiang Mai / Thailand)
  14. Der Ausritt (Inle Lake / Myanmar)
  15. Der Pfefferspray-Vorfall – ja wirklich 🙂 (Singapur)
  16. Die Lasershow (Singapur)
  17. Der Spaziergang am Ridgewalk (Ubud / Indonesien)
  18. Der Tauchkurs (Nusa Lembongan / Indonesien)
  19. Die Fly-High-Yoga-Klasse (Nusa Lembongan / Indonesien)
  20. Das Chillen auf der Schaukel im Wasser (Nusa Lembongan / Indonesien)
  21. Die Begegnung mit den Komodo Dragons (Komodo / Indonesien)
  22. Die Begegnung mit den Orang-Utans (Kuching / Borneo)
  23. Die Begegnung mit den Nasenaffen (Kuching / Borneo)
  24. Die Begegnung mit der Schildkröte (Kapas Island / Malaysia)
  25. Der Pool am Dach (Bangkok / Thailand)
  26. Und – last but not least – jede einzelne Fahrt mit einem Roller

 

Über die Erkenntnisse.

In meinem Beitrag über Kapas Island erwähne ich noch ein anderes Tagebuch. Vor meiner Reise bin ich davon ausgegangen, dass ich vor Gedanken, Emotionen und Ideen überquellen werde. Das war auch so, naja hin und wieder zumindest. Irgendwie war mir aber einfach nie danach diese Gefühle oder Einsichten schriftlich festzuhalten. Natürlich wurde dieser Blog eine Art Ventil, ein Auffangbecken für meine Erlebnisse, Empfindungen und Stimmungen. Neben dem Blog standen mir auch ein paar Menschen in der Heimat als treue Reisebegleiter zur Seite, waren trotz der großen Distanz immer da wenn es doch mal kurz irgendwo gezwickt hat (was zum Glück nicht oft vorkam), haben mit mir gelacht und manchmal auch mitgefiebert.

Auf der ruhigen Insel nehme ich das kleine rosa Büchlein dann doch zur Hand. Plötzlich bekommt es eine ganz neue Funktion. Es dient nicht, wie ursprünglich gedacht, als Reisetagebuch oder als der Platz an dem meine Emotionen gespeichert werden. Es wird zu etwas eigentlich viel Besserem. Ohne es mir vorgenommen oder es geplant zu haben, schlage ich die erste von vielen freien Seiten auf und beginne mein ganz persönliches Resümee über meine Reise zu ziehen. Mit Betonung auf ganz persönlich. Was in dem Buch steht, bleibt in dem Buch…

Eine einzige Sache möchte ich aber mit euch teilen. Vielleicht einfach nur deswegen, weil es mir eventuell selbst hilft diesen Punkt auch noch in fernster Zukunft nie zu vergessen. Ich bin stolz auf mich. Stolz, dass ich mich getraut habe meinen sicheren (soweit man das behaupten kann) und tollen Job an den Nagel zu hängen. Stolz, dass ich so oft meine eigenen Komfortzonen verlassen habe und Dinge gewagt habe, die ich vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten hätte. Stolz darauf, dass ich (fast) immer offen in jede Situation hinein gegangen bin (naja… manchmal eher hineingestolpert bin). Ich möchte das auch deshalb hier festhalten, weil das für mich etwas absolut Neues ist. Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurück schaue, kann ich durchaus sagen, dass ich schon so Einiges gemeistert habe. Wenn ich mich aber frage, wie oft ich dabei stolz auf mich war (also so richtig) dann kann ich an dieser Stelle nur den Kopf senken. Schade eigentlich. Und ich schreibe das auch, um vielleicht den ein oder anderen Leser dieses Blogs ein wenig wachzurütteln. Ich denke, nein ich weiß, dass ich nicht die einzige mit diesem Problem bin. Nochmal: Schade eigentlich.

Also, setzt euch mal aufrecht hin, schließt die Augen und denkt an eine (an eine... ich verlange nicht viel) Sache, auf die ihr wirklich stolz seid. Und jetzt klopft euch selbst ganz fest auf die Schulter. Bravo. Der erste Schritt ist getan.

 

Über das Fazit.

Eigentlich kann ich dazu nur eines sagen: Es war die absolut richtige Entscheidung diese Reise zu machen. Jedem, der mit dem Gedanken spielt etwas Ähnliches zu tun kann ich nur raten: Tu es!! Warte nicht!! Schaffe Dir die Rahmenbedingungen und steig ins nächste Flugzeug, auf deine Vespa oder was auch immer dich an den Ort deiner Träume bringen mag (es dürfen auch gern die eigenen Füße sein). Und ich denke es muss nicht immer ein radikaler Schritt sein. Ganz im Gegenteil. Manchmal, eigentlich fast immer, sind es doch die kleinen, stillen Dinge, die alles bewegen können.

 

Über die Zukunft.

Ich werde an dieser Stelle nicht über meine eigene Zukunft schreiben. Kann ich nicht. Will ich nicht. Ich beantworte nur eine Frage. Ebenfalls aus dem Grund, da ich weiß, dass ihr sie stellen wollt (oder schon gestellt habt :-)) Habe ich nun Angst? So ohne Job und ohne klar definierte nächste Schritte? Nein, absolut nicht. Im Gegenteil. Ich verspüre gerade eine Art Neugierde auf mein Leben. Es fühlt sich an, als ob ich ein unglaublich spannendes Buch angefangen habe zu lesen. Und ich kann es nicht mehr beiseite legen, weil ich unbedingt wissen möchte, was auf der nächsten Seite steht…

Es geht mir an dieser Stelle um mein Baby. Dieses Kind, das quasi über Nacht geboren wurde. Was wird aus diesem Blog? Offen gestanden: ich habe keine Ahnung. Was ich weiß ist, dass ich eine absolute Leidenschaft wieder entdeckt habe. Unzählige Stunden habe ich am Handy verbracht (ja, ich schreibe nach wie vor am Smartphone) und wie wild getippt. Manchmal in der Nacht im Bett in einem Hostel, manchmal im Bus, manchmal am Strand. Und ich tat das nicht, weil ich es musste, weil mich jemand dazu gezwungen hat. Ich tat es, weil es mir einfach so unglaublichen Spaß macht. Immer wieder ertappe mich dabei im Geiste zu schreiben. Fragmente von Sätzen ziehen durch meinen Kopf. Um sie nicht wieder zu verlieren, muss ich manchmal abrupt stehen bleiben und den Gedanken notieren. Das nennt man wohl Hingabe in der Fachsprache…

Über die Zeit hat sich zudem ein wundervoller Nebeneffekt (was absolut nicht das passende Wort ist) eingestellt. Aus einer Art innerem Monolog wurde hin und wieder ein Dialog. Ich habe Rückmeldungen und Fragen zu meinen Geschichten bekommen. Und es haben sich liebe Menschen bei mir gemeldet, mit denen ich einst eine sehr enge Verbindung hatte, die über die Jahre einfach lockerer geworden ist oder sich gar ganz gelöst hat. Und siehe da, plötzlich ist man sich wieder ganz nah. Und das obwohl ich tausende Kilometer weit weg bin.

Tja, ich kann also absolut nicht sagen, was aus diesem Blog wird. Muss ja auch nicht sein. Auch das ist eine weitere Seite, die ich gern selbst noch lesen möchte. Wenn ich eines gelernt habe in den letzten Wochen dann ist es, die Dinge einfach mal so kommen zu lassen wie sie kommen sollen und wollen. Go with the Flow.

Und das war er, der letzte Beitrag meiner Reise durch Asien.

Ich schließe ausnahmsweise mit einem Zitat. Nicht weil es der einfachere Weg ist, sondern weil ich den Spruch absolut passend finde:

Die Welt ist wie ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. (Augustinus Aurelius).

 

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2 Gedanken zu „#39: About last Months – Über… alles mögliche.“

  1. Liebe Karin,
    schade das Deine Reise schon vorüber ist- schade für mich, denn im Gedanken bin ich mit Dir gereist. Danke dafür!
    Ich habe mich in Deinen Ausführungen so oft wiedergefunden! Alte Gefühle das Glück und die Freude sind wieder erwacht. Auch ich habe mal meinen sicheren Bankjob an den Nagel gehängt und habe mir knapp 2 Jahre eine Auszeit genommen. Es ist ein aufregendes, bereicherndes und vor allem stärkendes Gefühl wenn man nur für sich ist, in einem fernen Land, ohne Sicherheit und das angenehme Kribbeln vor Aufregung wie es weitergeht. Aber ich denke genau dann lernt man sich selbst kennen und merkt welch ungeahnte Fähigkeiten und Möglichkeiten man hat! Man reift an sich selbst.. Diese Stärke und Selbstliebe wird Dir nun für immer und ewig eine Stütze sein. Wie du geschrieben hast- du hast keine Zukunftsängste- warum auch! Die Zukunft ist jetzt! Und du bist bei Dir angekommen.
    Vielleicht treffen wir uns mal ,das würde mich sehr freuen!
    Liebe Karin, alles Gute bis dahin und DANKE für’s Mitreisen.
    Ulli Weissensteiner

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    1. Liebe Ulli! Danke für diesen wunderbaren Kommentar. Ich wusste gar nicht, dass du auch eine Auszeit hattest – und gleich soooo eine lange. Wahnsinn!! Ja, darüber möchte ich unbedingt mehr erfahren 😊😊 Meine Reise (diese Reise) ist zwar vorbei – meine Auszeit noch nicht 😂 viele Grüße Karin

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