#34: Hello Kittie – Über Katzen, Katzen, Katzen.

Kuching / Malaysia.

Ihr fragt euch bestimmt: wo bitte isn des?! Kuching… Liegt das in Oberösterreich?! Ist das der Nachbarort von Bachmanning?!

Fast. Kuching ist eine Stadt auf der Insel Borneo. Falls ihr jetzt auch nicht genau wisst wo das ist: keine Sorge. Ich konnte vor meiner Reise auch nicht wirklich sagen, wo diese Länder, Inseln und Städte alle sind. Zum Glück gibt es ja das Internet.

Wie komme ich denn aber jetzt auf einmal hierher? Berechtigte Frage. Wie ihr wisst, habe ich meine Reise nicht im Detail durchgeplant. Es gab die Fixpunkte Indien und Nepal. Ab Bangkok habe ich mich dann ja einfach treiben lassen. Ich wusste aber zumindest welche Länder ich ansteuern möchte. Nämlich Thailand, Kambodscha, Laos und Myanmar. Als ich dann meine gedanklich letzte Station in Myanmar erreicht hatte, meine Reisezeit jedoch noch nicht abgelaufen war, hat das Sich-Treiben-Lassen erst so richtig angefangen. Was Vor- und Nachteile hat. Auf der Pro-Seite steht, dass man absolut jede Möglichkeit hat. Auf der Contra-Seite steht, dass man absolut jede Möglichkeit hat…

Es gibt also in den letzten Wochen immer wieder Phasen, in denen ich stundenlang im Reiseführer blättere oder das Internet befrage. Ich habe mittlerweile gelernt zu 100 Prozent auf meine Intuition zu vertrauen, naja zumindest was die Auswahl der nächsten Destination betrifft. Ich entscheide mich immer erst dann, wenn etwas in mir Klick macht.

Auf Gili Air ist bereits klar, dass ich als nächstes nach Kuala Lumpur fliegen werde. In dem Wissen, dass dies nur ein kurzer Aufenthalt werden wird, muss ich mir also wieder Gedanken darüber machen, wie die Reise weiter gehen soll. Hm… von Kuala Lumpur wäre es eigentlich nur ein Katzensprung (hier ist sie schon, die erste Katze) nach Sumatra. Ein sehr toller Blogbeitrag macht mir richtig Lust auf diese Insel. Konkret lese ich von einer Wanderung durch den Dschungel, bei der man frei lebende Orang-Utans sehen kann. Ohhhh jaaaa… das will ich.

Im Blog wird gleich auch noch eine Unterkunft empfohlen, die direkt eine Trekking-Tour organisiert. Perfekt. Ich kann also mit der Recherche nach passenden Flügen beginnen. Ich suche nicht nur nach einem Transport nach Medan, sondern überlege auch gleich, wie es danach weiter gehen soll. Es hängt ja dann doch alles irgendwie zusammen. Wieder zurück nach Kuala Lumpur und von dort weiter? Aber wohin? Ich weiß nicht so recht. Und zahlt es sich wirklich aus nur für 2 Nächte nach Sumatra zu fliegen? Ich blättere also wieder im Reiseführer und versuche herauszufinden, ob es auf Sumatra sonst noch etwas Spannendes gibt. Natürlich tut es das. Aber irgendwie nichts das mich wirklich anspricht und nichts das von Medan leicht erreichbar wäre. Es macht also einfach nicht Klick. Ich buche somit noch nichts.

Das Thema mit den Orang-Utans gefällt mir aber extrem gut. Aber da war doch was. Ich erinnere mich, dass mein Reiseführer noch einen anderen Ort erwähnt, wo man die süßen Primaten noch in Freiheit sehen kann… Borneo. Andere Seite quasi. Also selbes Spiel. Die Recherche nach Flügen und weiteren Möglichkeiten im Umkreis beginnt von vorne. Und siehe da. Es gibt günstige Flüge und tolle Optionen zusätzlich zum Besuch bei den Affen. Klick, klick, klick.

Und so komme ich ein paar Tage später gegen Mittag auf Borneo an, lasse mich von einem Grab-Taxi zum Hostel bringen. Die Unterkunft ist entzückend, mit viel Liebe zum Detail. Besonders nett finde ich die vielen Tafeln und Schilder mit positiven Sprüchen, die im ganzen Haus zu finden sind.

Diesmal habe ich ein Einzelzimmer gebucht. Das ist immer eine nette Option in einem Hostel. Man hat seine Privatsphäre, aber auch die Möglichkeit andere Leute kennenzulernen. In diesem Fall bin ich extrem froh über das eigene Zimmer. Nach einem kurzen Mittagsschlaf wache ich mit starken Kopfschmerzen auf. Ich stelle den Wecker immer wieder weiter, doch es wird nicht besser. Als ich versuche aufzustehen um Wasser im Erdgeschoss zu holen, wird mir sogar schwindelig. Es hilft also nichts. Ab ins Bett. Schlafen.

Erst am späten Nachmittag wache ich wieder auf. Ich fühle mich nach wie vor nicht fit, aber immerhin so gut, dass ich mich zu einem Spaziergang aufraffen kann. Der erste Eindruck von Kuching ist sehr vielversprechend. Stadt – aber nicht zu groß und nicht zu laut. Schon nach fünf Minuten stehe ich vor der ersten Katzen-Statue, ja richtig gelesen: Katzen sind hier offenbar ein großes Thema. „Kuching means Cat“… hab ich schon irgendwo gelesen.

Ich spaziere an der Promenade am Fluss entlang und bin richtig glücklich über meine Entscheidung hierher zu kommen. Es herrscht eine wunderbare Abendstimmung. Den Sonnenuntergang scheine ich gerade verpasst zu haben, der Himmel leuchtet aber nach wie vor in allen möglichen Rot-Nuancen.

Ich spaziere noch ein Stück weiter (vorbei an weiteren Katzen-Monumenten), drehe aber relativ bald um. Ich fühle mich nach wie vor nicht ganz gut, verspüre aber zumindest Hunger. Da mir auf dem Weg kein Restaurant ins Auge gestochen ist, beschließe ich einfach bei einem der Stände an der Promenade zu dinieren. Weise Entscheidung. Der gebratene Reis ist ausgesprochen gut und kostet unfassbar günstige 1,50 Euro.

Da die Kopfschmerzen auch am zweiten Tag nicht ganz verschwunden sind, ist Schonprogramm angesagt. Ich spaziere ein wenig im Stadtzentrum umher. Ich mag Kuching. Es gibt doch das ein oder andere speziellere Bauwerk zu sehen.

Besonders gefallen mir aber die Street Art Malereien, die immer wieder die Fassaden verzieren. Und natürlich die Katzen-Statuen 😉

Da das Zentrum sehr klein ist, bin ich mit meiner Runde rasch fertig. Über eine moderne Brückenkonstruktion spaziere ich auf die andere Seite des Flusses. Mein Ziel ist der Orchideen Garten. Eigentlich ja nicht so mein Ding, aber ich hab ja Zeit. Und gratis ist es obendrein. Wieder bin ich positiv überrascht. Die Anlage ist wunderschön, eine richtige Ruheoase.

Danach schnappe ich mir um ein paar Cent ein Wassertaxi, das mich ca. 200 Meter weiter wieder absetzt. Blöderweise ist ein Teil des Ufers mit einem Regierungsgebäude verbaut, sodass man nicht weiter zu Fuß am Fluss entlang laufen kann.

Ich steuere eine Empfehlung meines Hostels an, eine Bäckerei. Tja, ich bin leider eine ziemliche Naschkatze (wieder eine Katze) geworden, somit muss ich da also einfach hin. Ich bin aber ein wenig enttäuscht. Es handelt sich nicht um ein nettes Lokal, sondern um eine Art Torten-Supermarkt. Ich nasche ein wenig an den Kostproben. Nicht wirklich lecker. Alles irgendwie künstlich. Mit dem Wassertaxi geht es wieder retour auf die andere Seite. Die Lust auf Süßes ist entfacht. Ich finde ein nettes Café und verschmause einen Muffin.

Ich nutze das Wlan um mir ein Grab zu bestellen. Mein nächstes Ziel ist 5km entfernt. Im Grunde nicht die Mega-Distanz, ich möchte aber mein Versprechen an mich selbst (eben den Tag im Schongang zu verbringen) nicht brechen. Wo geht’s hin? Ja, ich sagte ja schon, dass Kuching einen Faible für Kätzchen hat. Und das ist noch untertrieben. Es gibt Katzen-Statuen, Katzen-Cafés, Katzen-Streetart… lustigerweise sehe ich kaum echte Fellknäuel… Um dem Tier entsprechend zu huldigen gibt es natürlich somit ein eigenes Museum. Ja und in diesem dreht sich – wer hätte das geahnt – alles um die Katze.

Um 60 Cent darf ich die Hallen betreten. Für den Eintrittspreis bekomme ich sogar noch ein Geschenk, einen Schlüsselanhänger. Genau, mit Katzen. Von der ersten Sekunde an könnt ich mich zerkugeln. Ich weiß gar nicht genau wie ich es beschreiben soll. Ja, man hat sich in der Tat Mühe gegeben. Aber irgendwie… naja… in vielen Vitrinen sind liebevoll diverse Katzenfiguren ausgestellt. Die meisten davon sind ziemlich hässlich (ich weiß ich bin fies…). Dazwischen hängen überall Poster und Bilder von… genau Katzen. Alles wirkt uralt, irgendwie so als hätte ein altes Ehepaar im letzten Jahrhundert all die „Exponate“ zusammengetragen. Eine Struktur erkenne ich irgendwie nicht. Aber es ist lustig, einfach weil es so schräg ist.

Alles für die Katz also? Nein, ich finde gerade solch skurrile Dinge in Städten immer extrem toll. Und Katzen haben es schließlich auch verdient entsprechend verehrt zu werden 🙂

2 Gedanken zu „#34: Hello Kittie – Über Katzen, Katzen, Katzen.“

  1. Nur gut, dass du nicht gegen Katzen allergisch bist 😅 Hast du denn auch mal eine lebende Katze in der Katzenstadt gesehen? ☺️

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