#27: Welcome to Paradise – Über die Sache mit dem Bauchgefühl.

Während meiner ganzen Zeit in Ubud beschäftigt mich die Frage, welches Ziel ich als nächstes ansteuern soll. Auf meiner bisherigen Reise hat irgendwie immer eines zum anderen geführt. Gerade stockt es ein wenig. Bali ist nicht riesig, aber doch so groß dass man sich entscheiden muss, was man machen möchte. Strand oder Reisfelder, Nord oder Süd, Bali oder eine der benachbarten Inseln… Viele Optionen, keine klaren Tendenzen…

Ich blättere also immer wieder in meinem Reiseführer, lese diverse Blogs, hole Rat von Freundinnen ein. Und irgendwann fällt die Wahl auf die kleine Insel Gili Air. Ich bin nicht restlos begeistert, aber es scheint am besten meinen aktuellen Vorstellungen und Wünschen zu entsprechen. Nachdem die Entscheidung gefällt ist, kann ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft machen. In meinem Kopf sehe ich eine einfache Hütte direkt am Strand. Es ist nicht so, dass es keine Bungalows gibt, im Gegenteil. Aber es macht einfach nicht Klick. Das Bauchgefühl sagt … eher nein. Ausnahmsweise lasse ich dieses Empfinden einfach mal zu, und das obwohl ja eigentlich alle „logischen“ Kriterien für Gili Air sprechen. Ohne eine Buchung zu tätigen, gehe ich also unverrichteter Dinge ins Bett.

Nach der Sunrise Tour auf den Mount Batur mache ich mich gleich wieder an die Recherche. Zu lange kann ich mir nicht mehr Zeit lassen. Ich muss ja am folgenden Tag auschecken und Ubud verlassen… Wieder schlage ich den Reiseführer auf, bleibe bei Nusa Lembongan hängen, eine kleine Insel südlich von Bali. Hört sich nicht schlecht an. Ich blättere um. Oha… eine Tauchschule …

Den Plan einen Tauchschein zu machen hatte ich ja ohnehin. Meine ursprüngliche Idee war es, den Kurs am Ende meiner Reise auf Koh Tao in Thailand zu absolvieren. Aber warum eigentlich nicht auf Bali… Ich gehe auf die Website der Schule. Mega professionell. Ja, sowas beeinflusst mich immer. Ich hole ein paar weitere Infos über die Insel ein. Yeah! Das ist es! Das Bauchgefühl schreit Jaaaaaa!!! Und auch die analytischen Kriterien sprechen nicht dagegen. Check. Herz und Kopf stimmen also zu.

Ich drücke mir selbst die Daumen als ich eine E-Mail an den Anbieter sende. Es ist ja doch ein wenig kurzfristig… nach 30 Minuten überlege ich, ob nicht ein Telefonat in diesem Fall die sinnvollere Variante wäre. Kaum zu Ende gedacht, habe ich schon eine Nachricht im Posteingang. Es ist ein Platz frei im nächsten Open Water Course, Start morgen. Ob ich das will? Natürlich will ich!!! Und weil das noch nicht genug gute Nachrichten sind, können sie mir auch noch direkt ein Zimmer anbieten und meine Anreise organisieren. Wow! Absolut perfekt.

Obwohl ich bisher kaum schlechte Erfahrungen bei den Transporten gemacht habe, bin ich nach wie vor jedes Mal skeptisch. Wieder unberechtigt. Alles läuft wie am Schnürchen. Um 7.15 Uhr steige ich am nächsten Morgen bei einem Supermarkt in Ubud in einen Minibus, der mich nach Sanur bringt. Von dort geht es mit dem Speedboot weiter. Überall kennt man bereits meinen Namen und mein Ziel. Auf der Insel werde ich von meinem Tauchlehrer höchst persönlich abgeholt, der sogar meinen Rucksack trägt. Top Organisation.

Nach einem kurzen Spaziergang am Strand kommen wir bereits an unserem Ziel an. Mir fällt die Kinnlade herunter. Die Unterkunft besteht lediglich aus vier Einheiten. Direkt am Strand. Liegen und Sitzsäcke auf der Terrasse. Rechts daneben ist die Tauchschule, links daneben ein kleines Café. Das Zimmer ist wunderschön, sicher eines der besten auf meiner bisherigen Reise. Ich frage natürlich gleich nach Yoga-Schulen. Gibt es, gleich mehrere in Fussnähe. Am liebsten würde ich Luftsprünge machen. Kurzerhand erweitere ich die bestehende Buchung von vier Nächten gleich auf sechs (letztendlich werden es sieben). Ich bin gekommen um zu bleiben…

Ich habe kurz Zeit mich häuslich einzurichten, dann startet auch bereits die erste Einheit. Wir machen verschiedene Übungen im Pool durch. Ach ja, wir sind der Tauchlehrer, ein Holländer und meine Wenigkeit. Super kleine Gruppe also. Jetzt macht mir das ganze im Pool schon dermaßen Spaß und Freude, wie wird das erst im Open Water werden???

In der Mittagspause bestelle ich mir ein Humus-Sandwich. Ich staune als mit der Snack serviert wird: es ist Schwarzbrot, richtig gutes sogar. Eines der wenigen Dinge, die ich mittlerweile wirklich vermisse… Ihr glaubt nicht wie man sich über so ein Stück Gebäck freuen kann 🙂

Ich setze mich auf meine Veranda, genieße den Ausblick. Kristallklares Wasser, türkis blau, sanfte Wellen. Ein Traum! Plötzlich legt sich ein Hund vor meine Füße und möchte gestreichelt werden. Ich schmelze dahin…

Der Auftrag für den restlichen Tag ist es, sich 5 Videos a 30 Minuten anzusehen und anschließend jeweils einen Fragebogen auszufüllen, in dem das Verständnis geprüft wird. Da ich ja hier ein Zimmer habe, leiht mir der Lehrer seinen Laptop, sodass ich die „Hausübung“ in meiner Höhle (alias Himmelbett) machen kann. Und weil ich halt ein Streber bin, mache ich gleich alle 5 Kurse in einem durch.

Als ich aus dem Fenster blicke, bemerke ich, dass sich die Sonne bereits langsam Richtung Meer bewegt. Das gibt es ja nicht… jetzt ist das auch noch ein Sunset Point. War mir nicht bewusst.

Bevor es völlig dunkel wird, beschließe ich noch einen kurzen Spaziergang am Strand zu machen. Viele Besucher kommen im Rahmen eines Tagesausfluges auf diese Insel. Um diese Zeit ist der Strand fast leer. Ein paar Einheimische sitzen im Sand und plaudern, Kinder spielen im Wasser und lachen dabei aus vollem Herzen. Ich lande in einem wunderbaren Lokal, direkt am Meer, chillige Musik, urige Möbel, extrem gute Pizza.

Als ich mich auf den Rückweg mache ist der Strand bereits menschenleer. Ich gehe bewusst langsam. Spüre den weichen, kühlen Sand unter meinen Füßen, lausche dem sanften Rauschen des Meeres. Ahhhh…

Vielleicht sollte ich öfter auf mein Bauchgefühl hören. Offenbar wird das belohnt…

6 Kommentare zu „#27: Welcome to Paradise – Über die Sache mit dem Bauchgefühl.

  1. Liebe Karin, bin gerade durch Zufall auf deinen Blog gestossen. Wie schoen du schreibst, ein Traum und so wunderbar lebensfroh. Ich freue mich mit dir! Ich wuensche dir alles alles Gute und noch eine weitere schoene Reise. Viel Erfolg beim Bestehen deines Taucherscheins, es hoert sich an als koenntest du danach gleich eine Ausbildung zur Yoga Lehrerin anhaengen 😉 Gruesse aus Kapstadt, Valentina

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