#14: All my Bags are Packed – Über die Frage nach der Notwendigkeit von materiellen Dingen.

Die Packliste. Eine Wissenschaft für sich. Ein Thema über das es bereits viele Blog Berichte gibt (das weiß ich, weil ich mich natürlich vor meiner Abreise damit beschäftigt habe… beschäftigen musste).

Darüber wie groß oder wie schwer der Rucksack tatsächlich sein soll, gibt es sehr kontroverse Diskussionen im Internet. Manche Menschen reisen ausschließlich mit Handgepäck. Das hat natürlich seine Vorzüge, ist aber gleichzeitig eine große Herausforderung. Eine, der ich mich nicht stellen möchte. Ich selbst entscheide mich für einen 65 Liter Rucksack. Damit bin ich laut meiner Recherche im guten Mittelfeld.

Wie gewohnt erstelle ich meine Packliste – wie sollte es anders sein – in einem Excel-File. Und wie gewohnt beginne ich bereits ein paar Tage vor meiner Abreise damit, die notwendigen Utensilien zusammen zu tragen. Alles, außer der Kleidung, wird in einer Kiste erstmal gesammelt. Ich bin ein wenig überrascht. Das ist nun doch mehr, als ich gedacht habe. Aber mit ein paar kleinen Tricks lässt sich das Volumen reduzieren. So wird zum Beispiel jegliche Verpackung der Medikamente entfernt, der Beipackzettel – sofern dieser überhaupt nötig ist – wird mit einem Gummiringerl angeheftet. Wie sagt man so schön: auch Kleinvieh macht Mist.

Am Tag vor dem Abflug ist es an der Zeit, sich Gedanken über die notwendige Kleidung zu machen. Eines ist klar: es ist unmöglich ausreichend Klamotten für mehrere Monate mitzunehmen. Ich werde meine Sachen hin und wieder waschen müssen. Somit erscheint es mir irrelevant, ob ich drei oder vier Shirts, 4 oder 5 Hosen einpacke.

Ich bin sehr selektiv in meiner Auswahl, versuche wirklich nur das Nötigste bereit zu legen. Und trotz aller Zurückhaltung: der Stapel wächst und wächst. Zum Glück habe ich bereits ein wenig Erfahrung in Hinblick auf das intelligente Packen eines Rucksacks. Die Kleidung wird nicht gefaltet sondern gerollt. Alles wird in Beutel oder Plastiktüten gepackt, das sorgt für die nötige Ordnung.

Dann der große Moment. Und der große Schock. Das geht sich auf keinen Fall aus!!Leichte (Untertreibung des Jahres) Panik macht sich in mir breit. Es ist natürlich keine Zeit mehr, einen größeren Rucksack zu kaufen oder auszuborgen (so nebenbei… ursprünglich war ich fest davon überzeugt, dass ich mit meinem vorhandenen 45 Liter Rucksack auskommen werde…).

Ich packe also wieder alles aus, lasse nochmal das ein oder andere T-Shirt weg, sortiere den Inhalt neu. Und siehe da: der Rucksack ist geschlossen und bereit für das große Abenteuer.

Mittlerweile bin ich seit rund drei Monaten unterwegs. Als ich gestern den Inhalt meines Rucksacks auf meinem Bett ausbreite, bin ich ziemlich überrascht. Es gibt tatsächlich Dinge, die ich noch kein einziges Mal gebraucht habe. In Hinblick auf die Kleidung verhält es sich offenbar nicht anders als zuhause. Der Schrank ist voll mit wunderschönen Stücken, aus irgendeinem Grund greift man dennoch immer wieder zu den selben Teilen.

Natürlich gibt es ein paar wenige essentielle Dinge. Ich muss dabei immer an meinen Vater denken, der immer sagte: „Du brauchst den Reisepass und Geld. Alles andere kann man überall kaufen“. Wahre Worte. In der heutigen Zeit sind natürlich zwei Dinge zu ergänzen. Ohne Smartphone geht nun einmal nichts (wie sollte ich sonst meine Blog Geschichten schreiben :-)). Und ein absolutes Must ist die Powerbank, mit der man unterwegs seine elektronischen Geräte wieder aufladen kann. Vielen Dank an dieser Stelle an meine lieben Unilever-Kollegen für das tolle Geschenk. Es hat mir schon des Öfteren das Leben gerettet. 🙂

Es ist wirklich kaum zu glauben, mit wie wenig man tatsächlich auskommen kann. Hin und wieder denke ich an meinen Kleider- und Schuhschrank zuhause. Und ich frage mich: brauche ich das wirklich alles? Die Antwort ist einfach: nein. Natürlich „braucht“ man keine 17 Kleider, 31 Röcke oder 46 Paar Schuhe (dies ist eine Schätzung und keine korrekte Bestandsaufnahme wohlgemerkt :-)).

Schon zuhause mache ich mir manchmal Gedanke über dieses Thema. Vor allem dann, wenn ich wieder mal meinen Schrank ausmiste und drei große Säcke zur Spendensammlung bringe. Der Inhalt besteht in der Regel nicht aus Stücken, die mir nicht mehr passen oder kaputt sind. Es handelt sich meist um Teile, die mir schlichtweg einfach nicht mehr gefallen.

Gerade wenn ich nun sehe, wie die Menschen hier leben, welche Kleidung sie tragen, beschäftigt mich dieses Thema manchmal. Natürlich macht es einem Freude, sich neue Kleider, Schuhe, Einrichtungsgegenstände zu kaufen. Aber mal ganz ehrlich, wie lange hält dieses positive Gefühl an? Ein paar Stunden, vielleicht ein paar Tage?!

In der Vergangenheit komme auch ich immer wieder mit vollen Tüten aus Einkaufszentren retour, betrachte alles nochmal und schlichte es an die richtige Stelle im Schrank. Und immer wieder entdecke ich diese Stücke Monate später wieder, ungetragen, manchmal noch mit dem Etikett. Wieviel Freude hat mir das also bereitet? Offenbar keine. Außer dem Kick sich etwas Neues zu kaufen ist anscheinend nichts übrig geblieben.

Was also ist mein „neuer“ Weg? Ich versuche zuhause nur das „Nötigste“ zu shoppen. Eine 5er Packung Socken, neue Sportschuhe… Dinge, die man eben manchmal braucht. Den Rest meiner Kleidung kaufe ich meist auf Reisen. Hier bin ich auch gern bereit etwas mehr auszugeben. Ich habe ja damit nicht nur ein neues Kleidungsstück, sondern auch ein Souvenir. Beim Tragen kann ich mich an einen netten Ausflug, an eine tolle Reise, an ein schönes Erlebnis erinnern. Zugegeben, das klappt nicht immer. Auch ich lenke mich mit dem Konsum von Kleidung oder anderen materiellen Gütern nach wie vor manchmal von Themen des Alltags ab. Aber immer öfter stehe ich vor einem Regal und stelle mir im Geiste die Frage „brauche ich das gerade wirklich„. Und immer öfter klappt es, dass ich das Teil einfach liegen lassen kann, mich umdrehe und gehe. Und in der Regel nie wieder eine Sekunde daran denke…

Eine Frage bleibt nun vielleicht. Was hat sie nun alles in ihrem Rucksack?? Ich bitte um etwas Geduld. Ich werde der Beantwortung einen eigenen Eintrag widmen, aber erst, wenn ich wieder zuhause bin. Zum einen kann ich dann meine Excel Liste mit euch teilen. Zum anderen kann ich jene Dinge streichen, die ich tatsächlich nie benötigt habe. Und ich denke, das werden so einige sein.

3 Gedanken zu „#14: All my Bags are Packed – Über die Frage nach der Notwendigkeit von materiellen Dingen.“

  1. Jaaaaa, wie ich schon in Anjas Beitrag meinen Senf zu diesem Thema gegeben hab, will ich dir hier natürlich meine Meinung auch nicht vorenthalten 😉

    Für mich momentan nämlich ein seeehr passendens und aktuelles Thema. Im Juni geht es nämlich 2 Wochen nach Schottland und da ich die ersten 8 Tage die Highlands zu Fuß durchquere, flieg ich mit Handgepäck hin, um 1. meine Nervosität zu vermeiden, ob das Hauptgepäck beim Umstieg nicht doch wo anders landet und ich dann in Schottland ohne Gepäck da stehe und 2. um nicht wieder viel zu viel Blödsinn einzupacken und das dann die 154km am Rücken mitzuschleppen. Also insgesamt max. 12 kg und ein dem Handgepäck entsprechend großer Rucksack, wo alles reinpassen muss – wird keine leichte Herausforderung, aber freu mich schon bisschen drauf, mich dem zu stellen, da auch das eine Erfahrung sein wird, von der ich lernen und zukünftig mal davon profitieren kann.

    Denn was du in deinem Beitrag beschrieben hast, trifft auch mich leider auch zu. Ich gebe leider immer viel zu schnell einem Impuls nach, unüberlegt falsche oder überflüssige Sachen zu kaufen, die dann ungenutzt umadum liegen. Ich hoff, wenn ich mich im Mai mit diesem Thema intensiver beschäftige, wird das dann besser 😄

    Und danke für den Tipp mit den zusammengerollten Kleidungsstücken, das werd ich ausprobieren ☺️

    LG Bernie

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    1. Hallo meine Liebe!

      Aaaaalso, mit monatelangen Asien Trips hatte ich ja bisher noch keine Erfahrung. Sehr wohl aber mit Trekking-Touren. Folgendes kann ich vorweisen:
      1. Siena nach Rom auf der Via Francigena. 300 km ca
      2. Dingle Way in Irland, 200 km ca

      Die Fakten: Handgepäck, 45 Liter Rucksack, 10 bis 12 kg

      Und… es hat geklappt! Wie du richtig sagst, man muss das Gepäck ja nicht nur von Flughafen zum Taxi tragen sondern hat das Teil die ganze Zeit hinten drauf.

      Kann gern mal schauen, ob ich die Packliste für Irland noch habe.
      Aber…. du hast den Meister des Ich-Komme-Mit-Wenig-Aus ja eh zuhause unadum (ich verwende dein Wort 😂) sitzen 😊😊

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      1. Oooh ja, das wäre super, wenn du mal nach dieser Packliste Ausschau halten könntest, bin für jeden Rat dankbar 😄 und nach deinen Hammer-Wanderungen bist du voll da Profi 💪🏻

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