#8: Friendship at first Sight – Über beinahe magische Begegnungen.

Koh Rong Sanloem / Kambodscha.

Mit manchen Menschen verbringt man 15 Minuten und unterhält sich als würde man sie seit 15 Jahren kennen.
Mit manchen Menschen verbringt man 15 Jahre und unterhält sich als würde man sie seit 15 Minuten kennen.

Es gibt eine bestimmte Art von Begegnungen. Manch einer spricht von Chemie, andere reden von Wellenlängen oder einem Draht.
Wie auch immer man es nennen mag, für mich hat es jedesmal etwas Magisches, wenn ich auf einen Menschen treffe, der mich auf diese ganz spezielle Art und Weise berührt.
Ich nenne es gern “Freundschaft auf den ersten Blick”. Da ist eine Art Funke, ein Zauber, ein unsichtbares Band.

Ich bin nun ja seit einigen Wochen in Indien, Nepal und Südostasien unterwegs. Auf meiner bisherigen Reise durfte ich viele interessante und liebe Menschen kennen lernen, inspirierende Geschichten hören.
Manche dieser Begegnungen sind flüchtig, aber dennoch ehrlich und herzlich. Manche Begegnungen haben durchaus das Potenzial sich zu einer wunderbaren und anhaltenden Freundschaft zu entwickeln. Und – um ganz ehrlich zu sein – manche Begegnungen hätte man auch nicht gebraucht… obwohl man bekanntlich auch aus diesen sehr viel lernen kann – meist über sich selbst.

Und dann gibt es eben noch diese sehr seltene, besonders kostbare, fast mystische Art der Begegnung, bei der man bereits nach wenigen Augenblicken das Gefühl hat, den anderen Menschen bereits sein ganzes Leben lang zu kennen. Manch einem mag der Begriff “Seelenfreund” in den Sinn kommen. Aufgrund der inflationären Verwendung dieses Titels möchte ich persönlich eher davon Abstand nehmen, wenngleich die Vorstellung von befreundeten Seelen eine wunderbare ist. Ich denke, es bedarf im Grunde auch überhaupt keiner speziellen Bezeichnung.

Obwohl ich erst vor wenigen Wochen von zuhause aufgebrochen bin, hat es mich bereits zweimal “erwischt”… wenn wir bei der Analogie zur “Liebe auf den ersten Blick” bleiben wollen.

An meinem zweiten Tag in Goa tritt Anja in mein Leben. Ein paar wenige Worte reichen aus und wir beide wissen: das passt einfach. Die selben Themen beschäftigen uns, die selben Motive haben uns zum Reisen bewegt, wir tragen das selbe Armband, wir haben die selben Flip Flops, wir lachen über die selben Dinge (ich könnte diese Liste noch weiter fortführen aber ich denke ihr wisst, worauf ich hinaus will…).
Ich kann nicht zählen, wie oft eine von uns etwas sagt und die andere, noch bevor der Satz ausgesprochen ist, mit einem “ ich wollte gerade ganz das gleiche sagen…” einstimmt.
Immer wieder werden wir gefragt, ob wir zusammen angereist sind. Die Vertrautheit zwischen uns ist offenbar auch für unser Umfeld erkennbar.

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Die zweite Begegnung dieser Art ereignet sich auf der Insel Koh Rong Sanloem. Wer den Beitrag “In the Jungle the Mighty Jungle” gelesen hat (oder es spätestens jetzt tut), kennt die Geschichte, die mich mit Birgit zusammenführt. Es wäre zu früh bereits nach so kurzer Zeit nach dem Kennenlernen von Freundschaft zu sprechen, aber auch in dieser Begegnung spüre ich das gewisse Etwas. Und so warte ich tatsächlich, während ich diesen Beitrag schreibe, gerade auf sie in einem kleinen Restaurant direkt an der Bootsanlegestelle von Koh Rong Sanloem.

Wo wir auch gleich wieder beim Thema “alles hat seinen Sinn” wären. Eigentlich soll ich die Fähre um 9 Uhr nehmen. Um diese zu erreichen, müssen wir mit einem kleinen Boot von der Unterkunft zum Pier fahren. Mit „wir“ meine ich mich selbst und ein junges Paar aus Frankreich. Die beiden lassen sich beim Frühstück leider etwas zu viel Zeit, sodass wir die Fähre um Sekunden verpassen.

Ich ärgere mich nicht, denn ich weiß, dass auch dass einen Sinn haben wird. Und so ist es auch tatsächlich. Ich beschließe Birgit, die in dieser Bucht wohnt, zu fragen, ob sie Zeit und Lust hat auf einen Café zu kommen. Und prompt macht sie sich auf den Weg hierher und wir können erneut eine Stunde lang plaudern.

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Nicht immer entsteht eine Freundschaft derart … wie nenne ich es … explosiv.
Manchmal reift sie auch langsam über die Jahre hinweg heran, was natürlich genauso schön und auf eine andere Art besonders ist.
Es gibt keinen Kriterienkatalog für die Entstehung einer „guten“ Freundschaft. Wenn ich an jene Menschen denke, die mir neben meiner Familie, am meisten bedeuten, so ist jede dieser Beziehungen ganz individuell zustande gekommen und gewachsen.

Und so möchte ich mich bei der Gelegenheit bei meinen wunderbaren Freunden von ganzem Herzen bedanken. Dafür, dass ihr immer für mich da seid, mich nie verurteilt, egal was ich auch tue oder denke. Dafür, dass ihr immer ein offenes Ohr für meine Verrücktheiten habt. Und vor allem für den Spaß, den wir gemeinsam haben. 🙂

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