#3: Yoga Teacher Training beyond the scenes – Über das Verlassen von Komfortzonen.

Arambol / Indien.

Ein Vorwort: Dieser Beitrag ist dem ein oder anderen Leser bereits bekannt, da ich den Text vor einiger Zeit in Anjas Blog (www.unplanbar.com) veröffentlichen durfte. An dieser Stelle möchte ich nochmals DANKE dafür sagen!
Da ich mein „Erstlingswerk“ auch in meinem eigenen Block abbilden möchte, erscheint dieses nun eben in zwei Portalen. Frei nach dem Motto: doppelt hält besser.

Ich möchte euch gern einen kleinen Einblick in die Welt eines „Yoga-Lehrlings“ geben – abseits der graziösen Posen und fancy Outfits.

Entscheidet man sich dafür eine Yoga Trainer Ausbildung in Indien zu absolvieren, so ist man sich durchaus der Tatsache bewusst, dass man hier weitaus tiefer in diese Welt eintauchen wird, als dies in unserer Heimat je möglich wäre.
Bereits am ersten Tag unserer Ausbildung werden wir mit einer Einheit namens „Kriya“ konfrontiert, den meisten von uns (Anja und mich eingeschlossen) ist dieser Begriff gänzlich unbekannt. Was wird uns erwarten? Ein gemeinsames Morgen-Gebet vielleicht? Ein paar sanfte Bewegungen um Körper und Geist zu wecken?

Mit diesen Fragen finden sich 40 zukünftige Yoga-Lehrer aus der ganzen Welt um 6.30 Uhr morgens zusammen um ihre erste Unterrichtseinheit in Indien zu erhalten.
Eine Kiste mit kleinen weißen Kännchen wird vor uns auf einem Tisch abgestellt. Als jemand noch einen Topf mit Wasser bringt, haben wir eine gewisse erste Ahnung, welche Art von Morgen-Ritual uns bevorstehen könnte. Dieses Wasser, so erklärt man uns, wurde auf Körpertemperatur erwärmt und leicht gesalzen (Dosier-Empfehlung: „like salt in your tears“). Hmm… also Augen zu und durch… oder besser … auf die Nasen, fertig, los!!

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Und so funktioniert´s (für alle, die sofort auch loslegen wollen):
– Kännchen mit Salz-Wasser-Lösung befüllen
– Kopf seitlich neigen
– Wasser in ein Nasenloch fließen lassen
– Wasser aus dem anderen Nasenloch heraus rinnen lassen
– Wichtig: durch den Mund weiter atmen, ansonsten landet die Brühe im Rachen (und glaubt mir: dies ist tunlichst zu vermeiden…)

Man stelle sich nun dieses idyllische Sznario bildlich vor. 40 angehende Yogis stehen im Morgengrauen in einem palmenumsäumten Garten und reinigen ihre Riechorgane auf diese doch eher… nennen wir es spezielle Art und Weise. Die dazugehörige Geräuschkulisse, die zwangsläufig beim Austreten der Flüssigkeit entsteht, werde ich an dieser Stelle nicht weiter beschreiben.

Was ist nun aber die Moral von der Geschichte?
Dieses für uns eher ungewöhnliche Prozedere hat in der Tat seine positive Wirkung. Die Nase ist völlig frei und laut unserer Lehrer hilft das Ritual (in unserem Buch als „Jala Neti“ zu finden) auch dabei Erkältungen vorzubeugen und Allergien zu lindern.

So muss man eben immer (und immer und immer wieder) seine persönliche Komfortzone verlassen, Neues ausprobieren, auch wenn es auf den ersten Blick merkwürdig (und in unserem Fall auch ein wenig grausig) erscheint um wiederholt zu erkennen, dass die ein oder andere Sache weniger schlimm ist als zuvor erwartet.
Und wer weiß, manchmal kann sogar etwas richtig Großartiges dabei heraus kommen, wenn man seine Grenzen ab und an ein wenig überschreitet.

Ein Nachwort: Nachdem dieser Beitrag in Anjas Blog erschienen ist, habe ich mehrmals folgende Reaktion bekommen „Ach, ich mach das schon seit Jahren. Das ist total super“. Offenbar wird die Nasenspülung also auch abseits von Yoga Ausbildungen angewendet. Es scheint sich aber niemand offiziell „outen“ zu wollen. Why not? Tu Sinnvolles und sprich darüber schlage ich vor!

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